Pferdepension BLÄSIHOF Breitnau im Schwarzwald

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Geschichte

 

In der Höfechronik der Gemeinde Breitnau wird der Hof zum ersten Mal 1446 erwähnt. Er wurde von Nikolaus Steinhart und seiner Familie bewirtschaftet. Wie für viele Höfe im Schwarzwald typisch, blieb auch dieser Hof über viele Generationen im Familienbesitz und wurde jeweils von einem der Nachkommen weitergeführt. 

Der Hof taucht auch in der Viehzählung von 1632 auf. Gemäss dieser Viehzählung lebten damals zwei Ochsen, acht Kühe, 15 Stiere, vier Kalbele und zwei Saugkälber auf dem Hof. Pferde und Schweine wurden bei dieser Viehzählung nicht erfasst. Auch der „Zehnt“, die damaligen Steuern, wurden erhoben. Gemäss dem Verzeichnis der Sickingischen Vogtei Breidnau aus dem Jahre 1632 musste der Hof 76 Garben Korn, 365 Garben Haber, 15 Garben Gerste und 352 Garben Mischleden abgeben. 

Das ursprüngliche Hofgebäude, welches nach wie vor die Grundlage des heutigen Hofgebäudes bildet, wurde 1685 von Blasius Zipfel erstellt. Blasius Zipfel gab dem Hof auch seinen heutigen Namen, den Blasius wurde im Volksmund „Bläsi“ genannt. Somit wurde aus dem Hof von Bläsi der Bläsihof. Die Hoftafel zeugt auch heute noch von der damaligen Errichtung des Hofgebäudes. Ihre Inschrift lautet:

 

  • „GOT SEY MIT DEM HAVS VND HAVSGESIND VND GEHT BEY EVCH ZV DISSEM HAVS WAS GEHT EIN VND AVS VND DAS HAVS IST AVFGERICHT WORDEN DEN 15 Tag MAIEN 1685.
    IM NAMEN DER HEILIGSTEN DREIFALTIGKEIT GOT VATER SOHN VND HEILIGER GEIST“

 

Es muss ein grosses und freudiges Ereignis gewesen sein. 

1786 wurde gleich neben dem Hauptgebäude ein Kornspeicher errichtet. Unter dem Schutz einer grossen Linde hat auch er die Jahrhunderte überdauert. 

Die Hofkapelle wurde 1865 von der Familie von Lazarus Helmle und Katharina Rombach errichtet. Sie ist der Gottesmutter gewidmet, was aus der Inschrift auf der Glocke hervorgeht:

 

  • „SANCTA MARIA ORA PRO NOBIS! – GEGOSSEN VON BENJAMIN GRUENINGER IN VILLINGEN 1865 FÜR LAZARUS HELMLE UND KATHARINA ROMBACH. GOTT SEGNE SIE.“

 

Zu Beginn der 60-er Jahre des letzten Jahrhunderts musste die Kapelle neu erbaut werden. Der ursprüngliche Bau von 1865 war voll Schwamm befallen und baufällig geworden. 

So, wie sich die Landwirtschaft im Laufe der Zeit veränderte, änderte sich auch das Erscheinungsbild des Bläsihofes. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der ursprüngliche Viehstall erweitert und durch einen Anbau ergänzt. 1976 wurde ein neues Wohnhaus mit zwei Wohnungen angebaut. Das alte Wohnhaus wurde in einen Pferdestall umgebaut. Der Bläsihof diente fortan auch dem Haupt- und Landgestüt Marbach als Deckstation für die Zucht von Schwarzwälder Füchsen. Der Schwarzwälder Fuchs war das typische Arbeitspferd, welches früher in der Landwirtschaft im Schwarzwald eingesetzt wurde. Es erfreut sich aber auch heute noch grosser Beliebtheit. 

Von 2009 bis 2010 wurde der gesamte Hof vollständig renoviert und zur Pferdehaltung umgenutzt. Dennoch wird das Weideland auch heute noch von Pferden und Rindern gemeinsam beweidet.